Ratgeber Pflege

Pflege verständlich erklärt.

Wenn Pflege zum Thema wird, stehen viele Familien vor den gleichen Fragen. In unserem Ratgeber beantworten wir die wichtigsten davon – kompakt, verständlich und praxisnah.

Ratgeber Pflege von Aktiva+ – Informationen für Familien
01Schritt für Schritt

Pflegegrad beantragen – so gehen Sie vor

Ein Pflegegrad ist die Voraussetzung für die meisten Leistungen der Pflegeversicherung. Der Weg dorthin ist einfacher, als viele denken.

Zur Pflegeberatung
  1. Antrag stellen

    Den Antrag stellen Sie formlos bei Ihrer Pflegekasse, die bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt ist. Ein Anruf genügt. Leistungen gibt es ab dem Monat der Antragstellung.

  2. Pflegetagebuch führen

    Notieren Sie einige Tage lang, wobei im Alltag Hilfe nötig ist. Diese Notizen sind bei der Begutachtung eine wertvolle Unterstützung.

  3. Begutachtung zu Hause

    Der Medizinische Dienst – bei privat Versicherten Medicproof – besucht Sie zu Hause. Es hilft, wenn eine vertraute Person beim Termin dabei ist.

  4. Bescheid erhalten

    In der Regel entscheidet die Pflegekasse innerhalb von 25 Arbeitstagen. Sind Sie mit dem Ergebnis nicht einverstanden, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.

Sie müssen den Weg nicht allein gehen: Wir helfen Ihnen gern bei der Vorbereitung auf die Begutachtung.

02Überblick

Leistungen der Pflegeversicherung

Welche Leistungen Ihnen zustehen, hängt vom Pflegegrad ab. Diese Bausteine sind für die Pflege zu Hause besonders wichtig.

Kosten und Finanzierung
  1. Pflegegeld

    Ab Pflegegrad 2 für alle, die ihre Pflege selbst organisieren – zum Beispiel durch Angehörige.

  2. Pflegesachleistungen

    Ab Pflegegrad 2 für die Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst. Pflegegeld und Sachleistungen lassen sich anteilig kombinieren.

  3. Entlastungsbetrag

    Ab Pflegegrad 1 steht Ihnen monatlich ein Betrag zu, etwa für hauswirtschaftliche Hilfe oder Betreuung. Nicht genutzte Beträge verfallen nicht sofort.

  4. Tagespflege

    Ab Pflegegrad 2 gibt es für die Tagespflege ein eigenes Budget – zusätzlich zu Pflegegeld oder Pflegesachleistungen.

  5. Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

    Ab Pflegegrad 2 beteiligt sich die Pflegekasse an den Kosten, wenn pflegende Angehörige eine Pause brauchen – für eine Vertretung zu Hause oder einen Kurzzeitpflegeplatz.

  6. Wohnumfeld und Hilfsmittel

    Zuschüsse gibt es auch für Umbauten wie ein barrierefreies Bad sowie für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, etwa Handschuhe oder Desinfektionsmittel.

Die aktuellen Beträge für Ihren Pflegegrad nennen wir Ihnen gern im persönlichen Gespräch.

03Entscheidungshilfe

Ambulante Pflege, Tagespflege oder Wohngemeinschaft?

Die passende Unterstützung richtet sich nach Ihrem Alltag und Ihren Wünschen. Diese Fragen helfen bei der Orientierung.

Unsere Leistungen im Überblick
  1. Ambulante Pflege

    Passt, wenn Sie in Ihrem Zuhause bleiben möchten und Unterstützung bei der Pflege, im Haushalt oder bei medizinischen Maßnahmen brauchen.

  2. Tagespflege

    Passt, wenn Sie tagsüber Gesellschaft, Struktur und Betreuung wünschen – und Ihre Angehörigen Entlastung brauchen. Abends sind Sie wieder zu Hause.

  3. Senioren-Wohngemeinschaft

    Passt, wenn das Leben allein zu Hause schwieriger wird, Sie aber Ihre Selbstständigkeit und ein eigenes Zimmer behalten möchten.

Viele Angebote lassen sich kombinieren – zum Beispiel ambulante Pflege und Tagespflege.

04Für Angehörige

Entlastung für pflegende Angehörige

Wer einen Menschen pflegt, leistet viel. Damit die eigene Kraft nicht verloren geht, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Entlastung.

Tagespflege kennenlernen
  1. Tagespflege nutzen

    Schon ein oder zwei Tage pro Woche in der Tagespflege schaffen spürbar Freiraum für Beruf, Familie und Erholung.

  2. Entlastungsbetrag einsetzen

    Mit dem Entlastungsbetrag lassen sich zum Beispiel Hilfe im Haushalt oder stundenweise Betreuung finanzieren.

  3. Pflegekurse besuchen

    Pflegekassen bieten kostenlose Pflegekurse an. Dort lernen Angehörige praktische Handgriffe und erhalten Sicherheit im Alltag.

  4. Freistellung vom Beruf

    Berufstätige können sich bei einer akuten Pflegesituation bis zu zehn Arbeitstage freistellen lassen und längerfristig Pflegezeit oder Familienpflegezeit nutzen.

Holen Sie sich früh Unterstützung – das tut Ihnen und Ihrem Angehörigen gut.

05Sicherheit im Alltag

Das eigene Zuhause sicher gestalten

Mit wenigen Veränderungen wird die eigene Wohnung deutlich sicherer. So bleibt das Zuhause länger ein guter Ort zum Leben.

Ambulante Pflege entdecken
  1. Stolperfallen entfernen

    Lose Teppiche, Kabel und Türschwellen sind häufige Sturzursachen. Rutschfeste Unterlagen und freie Wege helfen.

  2. Für gutes Licht sorgen

    Helle Beleuchtung im Flur, im Bad und auf der Treppe sowie ein Nachtlicht geben Orientierung.

  3. Bad anpassen

    Haltegriffe, eine bodengleiche Dusche oder ein Duschsitz machen die Körperpflege sicherer. Für Umbauten gibt es Zuschüsse der Pflegekasse.

  4. Hausnotruf nutzen

    Ein Hausnotruf sorgt dafür, dass im Ernstfall schnell Hilfe kommt – für mehr Sicherheit, auch wenn niemand in der Nähe ist.

Persönliche Beratung

Sie möchten Ihre Situation persönlich besprechen?

Jede Pflegesituation ist anders. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und zeigen Ihnen, welche Unterstützung zu Ihnen passt – kostenlos und unverbindlich.